Mit souveränen Siegen von Laura Lindemann (Potsdam) und Lasse Lührs (Potsdam/ Alicante) ging am vergangenen Samstag am DTU-Bundesstützpunkt Potsdam die zentrale Leistungsüberprüfung des Verbands zu Ende. Die Olympiateilnehmerin und U23-Triathlon-Weltmeisterin von 2016 setzte sich nach 800 Metern Schwimmen und einem vom Winde verwehten 5.000-Meter-Lauf in einer Gesamtzeit von 27:32,8 Minuten klar gegen Anja Knapp (Dettingen, 28:13,9 Min.) und Ursula Trützschler (Biberach, 28:52,0 Min.) durch. Lührs, 2015 Junioren-Europameister, gewann in der All-Time-Bestzeit von 24:05,2 Minuten vor dem amtierenden DTU Deutschen Meister, Justus Nieschlag (Lehrte, 24:17,8 Min.), und Linus Stimmel (Worms, 24:31,4 Min.). Die B-Kaderathleten Lindemann und Lührs sicherten sich damit auch die beiden ersten von der DTU ausgelobten Tickets für die Heim-EM über die Triathlon-Sprint-Distanz am 24./25. Juni in Düsseldorf.

Im Nachwuchsbereich hatten auf den gleichen Strecken ebenfalls zwei Potsdamer Triathleten die Nase vorn. Bei den jungen Damen siegte die 16-jährige Marie Horn mit neuem Schwimmrekord (9:33,4 Min) und insgesamt 27:55,4 Minuten deutlich vor Julie Jungblut (Potsdam) und Nina Eim (Itzehoe). Horns Bruder Moritz (Potsdam, 24:20,8 Min.) setzte sich beim männlichen DTU-Nachwuchs gegen 25 Konkurrenten durch. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Simon Henseleit (Schongau, 24:46,5 Min.) und Peer Sönksen (Neubrandenburg, 25:08,3 Min.). Marie und Moritz Horn vertreten die DTU damit auch bei den Triathlon-Europameisterschaften der Junioren am 18. Juni in Kitzbühel (Österreich).

DTU-Sportdirektor Jörg Bügner: „Wissen jetzt, wo wir stehen“

Insgesamt 70 Triathletinnen und Triathleten stellten sich der zentralen Leistungsüberprüfung, die eine wichtige Säule im neuen Leistungssportkonzept des Verbands darstellt. Auch aus diesem Grund wurde der bisher nur für den Nachwuchs angewandte Test im Jahr nach den Olympischen Spielen in Rio erstmals auf den U23- und Elitebereich ausgeweitet. „Wir wissen jetzt, wo wir stehen“, stellte der neue DTU-Sportdirektor Dr. Jörg Bügner nach dem Test fest. Der offenbarte vor allem im Schwimmen deutliche Defizite. Hier blieben viele Athletinnen und Athleten hinter den Erwartungen und den vom DTU-Leistungssport festgelegten Normzeiten zurück. Sie verpassten damit zunächst auch die Möglichkeit, sich für internationale Starts in der World Triathlon Series, dem Welt- und Europacup zu qualifizieren.

Aus Sicht des Verbands wurden die Normzeiten so angesetzt, um international konkurrenzfähig und in den Wettkämpfen möglichst weit vorn dabei sein zu können. Im U23- und Elitebereich erfüllten die Vorgaben am Ende lediglich acht Athletinnen und Athleten. „Der Grundgedanke unsere neues Konzepts ist, langfristig wieder Siegleistungen zu produzieren“, erläutert Bügner weiter. „Wir möchten Athleten, die bereits in jungen Jahren das Siegen lernen und später im Hochleistungsalter die Weltspitze mitbestimmen. Dauerhaft im Mittelfeld der ITU World Triathlon Series Punkte einzusammeln, ist nicht unser Anspruch.“

Internationaler Einstieg weiter möglich

Entgegen anderenslautender Äußerungen bietet die DTU auch Athletinnen und Athleten, die am Samstag – zum Beispiel aus Verletzungsgründen – nicht teilnehmen konnten, die Möglichkeit, sich für internationale Starts zu qualifizieren. Der Einstieg erfolgt dann ab Juni über die Rennen der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, die in diesem Jahr damit noch ein besonderes Spannungsmoment erhalten.

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