Der Sieger des Challenge Roth 2017 kommt aus Belgien! Bart Aernouts konnte an einem Tag mit schwierigen Bedingungen als einziger Athlet die magische 8-Stunden-Marke unterbieten und setzte sich nach einem spannenden Duell beim Marathon gegen den Briten Joe Skipper und seinen deutschen BMC-Ettix-Teamkollegen Maurice Clavel durch.

Frommhold im Pech

Doch das Rennen bestimmte über lange Zeit ein anderer. Nils Frommhold, der neben Timo Bracht als Top-Favorit ins Rennen ging, bestimmte das Rennen lange Zeit über auf der Radstrecke. Seine solide Führung büßte der Roth-Sieger des Jahres 2015 leider durch einen Sturz ein. Die Verletzungen waren zum Glück nicht schwer, doch sein Lenker war durch den Sturz so in Mitleidenschaft gezogen, dass Frommhold das Rennen vorzeitig aufgeben musste. So sah sich plötzlich ein anderer Athlet in der Rolle des Gejagten – eine Rolle, die er bisher noch nicht kannte. Debütant Maurice Clavel sah sich plötzlich als Führender auf die Laufstrecke gehend und wer weiß, was der junge Deutsche über die 70.3-Distanz auf der Laufstrecke zeigt, der durfte schon erwartungsvoll mit der Zunge schnalzen.

Timo Bracht war der erste Verfolger auf der Laufstrecke, doch der ehemalige Roth-Sieger verlor bei seinem letzten Rennen kontinuierlich an Boden und beendet das Rennen letztlich auf dem 4. Endrang. Doch von hinten drohte andere Gefahr. Der Brite Joe Skipper hat im letzten Jahr schon die beste Laufzeit zu Buche stehen, sogar schneller als ein gewisser Jan Frodeno. Stück für Stück arbeitete er sich an Clavel heran. Der einzige, der noch schneller unterwegs war als Skipper war der spätere Sieger Bart Aernouts. Der ehemalige Duathlon-Spezialist kam mit mehr als Viereinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser und konnte sich im Laufe des Rennens mehr und mehr nach vorne arbeiten. Schließlich übernahm er die Führung von seinem bereits etwas strauchelnden Teamkollegen und lief mit einer Endzeit von 7 Stunden, 57 Minuten und 7 Sekunden als Erster über die Ziellinie, knapp 4 Minuten vor Skipper und weiteren zwei vor Clavel, der in Roth ein beeindruckendes Langdistanz-Debut feierte.

1 Aernouts, Bart (BEL) 07:59:07 00:52:55 04:19:02 02:44:10 07:59:07
2 Dr. Skipper, Joe (GBR) 08:03:00 00:53:07 04:19:53 02:46:44 08:03:00
3 Clavel, Maurice (GER) 08:04:53 00:48:29 04:16:42 02:56:30 08:04:53
4 Bracht, Timo (GER) 08:07:01 00:48:42 04:18:42 02:56:37 08:07:01
5 Bozzone, Terenzo (NZL) 08:11:34 00:48:35 04:21:39 02:58:39 08:11:34
6 Kahlefeldt, Brad (AUS) 08:12:55 00:48:34 04:29:50 02:51:32 08:12:55
7 Allan, Dougal (NZL) 08:14:43 00:55:23 04:17:41 02:58:57 08:14:43
8 Deisenhofer, Roman (GER) 08:16:29 00:52:06 04:21:22 03:00:22 08:16:29
9 Bittner, Per (GER) 08:17:15 00:48:54 04:26:56 02:58:41 08:17:15
10 Hörmann, Markus (GER) 08:23:25 00:52:50 04:28:06 02:59:36 08:23:25

Ryf gewinnt, die Weltbestzeit blieb aus

Als Daniela Ryf im letzten Jahr bei ihrem Sieg nur knapp an der Fabelzeit von Chrissie Wellington vorbei schrammte, dachten viele, inklusive Ryf selbst, daran, in diesem Jahr den großen Angriff auf den Rekord zu starten. Doch die zweifache Hawaii-Siegerin plagten in der Vorbereitung Rückenprobleme und so war dieses Vorhaben von Beginn an als nicht realistisch zu bezeichnen. Doch den Sieg beim größten Langdistanz-Triathlon der Welt ließ sich die Schweizerin dann trotzdem nicht nehmen. Nach einem beeindruckenden Radplit ging sie als überlegen Führende auf den abschließenden Marathon. Lediglich die Britin Laura Siddal konnte beim Marathon ihre Pace mitgehen. Doch der Vorsprung war zu groß, auch wenn Ryf am Ende kämpfen musste und etwas an Boden verlor, der Sieg war zu keiner Zeit in Frage gestellt. Nach 8 Stunden und 40 Minuten überquerte „Angry Bird“ die Ziellinie in ihrem typischen tänzelnden Stil. Mehr als 11 Minuten betrug der Rückstand von Siddal am Ende. Das Podium komplettierte die Amerikanerin Lisa Roberts, die mit einem Fabellauf noch an Yvonne van Vlerken vorbei laufen konnte.

Neue Laufstrecke anspruchsvoller

Die neu gestaltete Laufstrecke stellte sich zwar aufgrund der zwei Runden als kurzweiliger, aber auch als anspruchsvoller heraus. Einige Höhenmeter waren dabei zusätzlich für die Teilnehmer zu bewältigen, was ihnen allerdings mit den neuen Stimmungsnestern, die aus allen Nähten zu platzen schienen, wieder etwas leichter gemacht wurde.

1 Ryf, Daniela (SUI) 08:40:03 00:52:34 04:37:34 03:06:46 08:40:03
2 Siddal, Laura (GBR) 08:51:38 00:58:16 04:44:59 03:05:40 08:51:38
3 Roberts, Lisa (USA) 08:57:14 01:01:31 04:55:20 02:56:35 08:57:14
4 Van Vlerken, Yvonne (NED) 09:07:40 00:58:15 04:45:51 03:20:09 09:07:40
5 Hengartner, Corina (SUI) 09:25:28 01:01:20 04:57:45 03:23:21 09:25:28
6 Hansom, Jane (GBR) 09:33:15 01:01:17 05:03:26 03:25:16 09:33:15
7 Gadient, Georgina (SUI) 09:42:36 01:09:17 04:57:03 03:30:34 09:42:36
8 Jansen, Steffi (GER) 09:43:02 01:10:57 05:08:39 03:19:09 09:43:02
9 Von Gruenigen, Julie (SUI) 09:46:05 01:07:28 04:54:26 03:39:51 09:46:05
10 Vinther, Sasja (DEN) 09:46:44 01:02:42 05:07:45 03:31:43 09:46:44

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