In unserer Serie mit der Ernährungsexpertin Caroline Rauscher geht es diesmal um die Auswirkungen von gesunder, ausgewogener und individueller Ernährung auf das besonders beanspruchte Immunsystem von Sportlern.

Hallo Caroline, schön, dass du dir wieder Zeit für uns genommen hast. Konsistenz ist eines der wichtigsten Kriterien für eine erfolgreiche Saison. Eine Erkrankung kann einen da schon mal um Wochen zurückwerfen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Immunsystem und wenn ja – welche Nahrungsmittel schwächen etwa das Immunsystem?

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Immunsystem. Für ein intaktes Immunsystem ist es nicht förderlich, wenn der Sportler zu wenig mikronährstoffreiche Nahrung, wie z.B. Obst und Gemüse und zu wenig hochwertiges Eiweiß zu sich nimmt. Außerdem wirkt sich eine negative Energiebilanz ebenfalls negativ auf das Immunsystem aus. Dinge wie zu viel Alkohol, Nikotin, aber auch Schlafmangel schwächen ebenfalls unser Abwehrsystem.

Schwächt etwa ein Zuviel an Schokolade das Immunsystem?

Nein, Schokolade schwächt nicht das Immunsystem, sie enthält Kakao und dieser wiederum viele Antioxidantien.

Sehr beworben wird in den letzten Jahren auch mit Biestmilch, die die Immunleistung verbessern soll. Was hältst du davon?

Biestmilch ist im Allgemeinen sehr gut, man sollte aber beim Kauf ein besonderes Augenmerk auf den tatsächlichen Biestmilchgehalt im einzelnen Produkt legen. Hier gibt es Unterschiede. Entscheidend für die Wirkung dieser Präparate ist ausschließlich der Gehalt an Biestmilch und der muss ausreichend hoch sein.

Vitamin C ist eines der bekanntesten Vitamine, wenn es um die Abwehr von Erkältungen geht. Ist die gezielte Einnahme von Vitamin C anzuraten oder hat sich diese Empfehlung inzwischen schon überholt?

Es ist empfehlenswert, Vitamin C ergänzend in Verbindung mit anderen Mikronährstoffen als sogenanntes Retardpräparat einzunehmen. Die Gabe ersetzt jedoch nicht eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Neu entdeckt und erforscht wird dagegen die Wirkung von Vitamin D. Bei Vitamin D handelt es sich ja nicht klassisch um ein Vitamin, es wird in Hautzellen bei Sonneneinstrahlung produziert. Was sagst du dazu?

Es ist sehr wichtig in der dunklen Jahreszeit auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Der Vitamin D Spiegel im Blut baut sich besonders in unseren Breiten über die lichtarmen Monate im Herbst/Winter kontinuierlich ab und Vitamin D kann bei uns in dieser Zeit nicht in der Haut nachproduziert werden. Man sollte daher den Wert im Blut bestimmen lassen und auf dieser Basis gezielt Vitamin D als Tabletten oder Tropfen zuführen.

Triathleten nehmen sehr gerne zur Ergänzung Ihres Trainings BCAA’s zu sich. Wirken diese auch auf das Immunsystem? Kann man sich durch vermehrte Einnahme vor Infekten schützen?

Ausgewogene Proteinzufuhr in der Basisernährung reicht für dieses Ziel. Man kann sagen, dass eine extra Zufuhr von BCAAs nichts bringt.

Und Caro, was macht man, wenn man merkt, dass der Hals kratzt? Gibt es hier vielleicht ein Rezept, welche Nährstoffe und Nahrungsmittel sollte man dann zu sich nehmen?

Selbst gemixte Smoothies sind hier eine gute Wahl. Sie sollten entweder aus Gemüse oder Obst hergestellt sein. Zusätzlich die bewährten Hausmittel – Hustentee, Ingwerwasser (wirkt antiseptisch), Zitronenwasser, aber nicht zu heiß getrunken und natürlich die alt bewährte, selbst gekochte Hühnersuppe. Und viel Schlaf.

Abschließend liefern wir euch noch eine Liste, welche Nahrungsmittel das Immunsystem besonders schützen oder stärken:

  • Beeren
  • Buntes Gemüse
  • Gewürze (Chili, Paprika)
  • Granatapfel
  • Hühnersuppe
  • Joghurt
  • Kakao
  • Knoblauch
  • Lauch
  • Meerrettich
  • Rindfleisch (Zink)
  • wertvolle Öle und Nüsse
  • Zwiebeln

 

Das Interview führte Markus Unterweger – Mehr Infos zu Caroline Rauscher findet ihr auf www.nutritional-finetuning.de
Foto: Maria Lanznaster  / pixelio.de