Gut eineinhalb Jahre ist es mittlerweile her, dass ich zum letzten Mal einen „Chefsache“-Blog geschrieben habe. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich es nicht mal zu einem After-WM-Race-Blog meiner Chattanooga-Reise 2017 gebracht habe. Zu leer waren meine Akkus und so mussten meine Daheimgebliebenen Freunde und Leser fortan mit gelegentlichen Social-Media-Posts auskommen. Da dieser Blog ja in der Vergangenheit vor allem von meiner sportlichen Seite und meiner Work-Life-Balance gehandelt hat, gab es dazu in den letzten eineinhalb Jahren auch relativ wenig zu erzählen.

Fakt ist – ich brauchte dringend eine Sport-Auszeit. 25 Jahre Wettkampfsport mit lediglich kurzen Unterbrechungen haben in meiner Moral und auch in meinem Körper Spuren hinterlassen. Hatte ich in den Jahren zuvor das Training und die Wettkämpfe wie nie zuvor genossen, so wurde es im Jahr 2017 mehr und mehr zur „Pflicht“. Kurzum, ich beschloss, etwas zu verändern und so war die IRONMAN 70.3-WM in Chattanooga 2017 meine letzte ernsthafte Wettkampfteilnahme.

Im Jahr darauf ist viel passiert – ich habe die Energie, die ich für das Training aufgewendet habe, zusätzlich in meine Arbeit gesteckt und auch das Leben genossen. Ich habe auch im letzten Jahr Sport betrieben, jedoch ohne Trainer und Trainingsplan. Zwischenzeitig aufflackernde Motivationperlen wie eine geplante Marathonteilnahme brachten mich wieder zurück ins Training, doch so richtig wollte im letzten Jahr mein Funke nicht überspringen. 100 Laufkilometer pro Woche ohne jeglichen Ausgleich haben meinem Bewegungsapparat nicht gut getan und so beschloss ich, das Vorhaben auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Doch im Spätherbst kam es plötzlich – es machte „Klick“. Ich begann wieder regelmäßig und mit einem Plan (in meinem Kopf) zu trainieren. Erstmal ohne Ziel, sondern einfach, um wieder fit zu werden und vielleicht ein paar kleine Bewerbe im nächsten Jahr zu machen. Ich verbrachte viel Zeit im Fitness-Studio und stemmte zum ersten Mal in meinem Leben ordentlich Gewichte. Im Rahmen der Siegerehrung des Steirischen Triathlonverbandes wurde der Austria eXtreme Triathlon als beste steirische Veranstaltung geehrt. Als vor Ort das Highlight-Video gezeigt wurde, sah mich meine bessere Hälfte Katrin an und sagte: „Das machst du nächstes Jahr“. Da man einer (damals schwangeren) Frau sowieso nie widersprechen sollte, sagte ich spontan zu.

Fortan wurde aus losem Training gezieltes Training. Die Gewichte wurden mehr und die bergigen Laufkilometer ebenso. Wer mich kennt, der weiß, dass ich schon als Radsportler Anstiege gemieden habe wie der Teufel das Weihwasser. Jetzt sollte es ausgerechnet der wahrscheinlich härteste Langdistanztriathlon Europas sein mit knapp 6.000 Höhenmetern? Tja, man wächst mit den Herausforderungen.

Am 7. Februar 2019 gab es dann das bisher unbestrittendste Highlight meines Lebens – die Geburt unseres ersten Sohnes Peter überstrahlte alles bisher da gewesene und machte unser Familienglück perfekt.

Mit Trainer oder ohne?

Lange Zeit habe ich überlegt, ob es gut ist, eine solche Herausforderung ausgerechnet jetzt anzugehen. Katrin aber bestärkte mich darin und nach langem Überlegen habe ich mich dann auch entschieden, wieder mit einem professionellen Trainer zusammen zu arbeiten. Ursprünglich wollte ich mich selbst trainieren, um zeitlich flexibler zu sein, gerade im Hinblick auf unser neues Familienmitglied. Doch wir kamen gemeinsam zum Entschluss, das es besser ist, vorher zu planen und zu wissen, wann was möglich ist.

Seit einigen Wochen werde ich von Philipp Reiner von www.personalpeak.com trainiert

So habe ich mich mit Philipp Reiner von Personal Peak, der Katrin während der letzten Monate ihrer Schwangerschaft schon sehr gut mit Rat und Tat zur Seite stand, zusammen gesetzt und einen Schlachtplan ausgearbeitet. Ich kenne Philipp seit mehr als 10 Jahren und er hat sich in den letzten Jahren als Trainer mehr als einen guten Namen gemacht. Die erste fachliche Besprechung begeisterte mich völlig. Nun arbeiten wir seit etwa einem Monat zusammen und seitdem entwickelt sich alles in die richtige Richtung.

Ein paar Tage auf Malle

In den letzten 5 Tagen war ich dank der Einladung von IRONMAN in Alcudia/Mallorca auf Kurzbesuch des dortigen IRONMAN-Camps. Die Jungs von Hannes Hawaii-Tours haben hier ein wirklich cooles Camp auf die Beine gestellt – mit tollen Gruppen, super Programm und einer Riesen-Menge Spaß. Auch wenn mein Aufenthalt familien- und arbeitsbedingt nur wenige Tage war, so konnte ich hier einige tolle Einheiten trainieren, Höhenmeter und Watt machen und meine Beine beim Wechseltraining mal unter harten Bedingungen testen.

Ich habe fest vor, euch an meinem Weg zum härtesten Triathlon Österreichs teilhaben zu lassen – also schaut regelmäßig hier rein – ich habe noch viel zu erzählen 🙂

Der Spaß kommt mit den Jungs von Hannes Hawaii-Tours nie zu kurz