Die Olympiasaison 2016 beginnt für die deutsche Triathlon-Nationalmannschaft gleich mit einem „Knaller“. In Abu Dhabi (UAE) warten auf das Team der DTU um Anne Haug (Saarbrücken) am Samstag, den 5. März, nicht nur die ersten Rennen der Kurz-Distanz-Weltmeisterschaftsserie, sondern gleich die wichtigsten Rennen um die Olympiaqualifikation. Über die olympische Distanz (1,5/40/10) müssen mit Ausnahme Haugs die übrigen fünf gemeldeten deutschen Triathletinnen (ab 13:06 Uhr MEZ) und die drei DTU-Herren (ab 10:06 Uhr MEZ) mindestens eine Platzierung unter den ersten Acht erreichen, um sich für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (BRA) zu qualifizieren. Haug hatte sich im Vorjahr bereits teilqualifiziert und muss dies in 2016 mit einem Rang unter den ersten 15 noch einmal bestätigen, so dass nun noch zwei Rio-Tickets bei den Damen und drei bei den Herren zu vergeben sind.

„Das erste Rennen hat es gleich in sich“, schaut auch DTU-Cheftrainer Ralf Ebli mit vorfreudiger Spannung auf den Samstag. „Ich denke auch, dass wir ein, zwei Olympiaqualifikationen erleben werden. Die Vorbereitung verlief planmäßig und weitestgehend störungsfrei. Das spiegelt sich natürlich auch in den Trainingsresultaten und den Ergebnissen der Leistungsdiagnostiken wider. Einige haben bei der letzten Komplexen Leistungsdiagnostik im Februar individuelle Bestleistungen realisiert.“

Philippin: „Wir sind alle fit und wollen die Norm erfüllen“

Entsprechend motiviert gehen Haug, Anja Knapp (Dettingen), Laura Lindemann (Potsdam), Hanna Philippin, Rebecca Robisch (beide Saarbrücken) und Sophia Saller (Ingolstadt) bei den Damen sowie Gregor Buchholz (Wiesbaden), Steffen Justus (Saarbrücken) und Justus Nieschlag (Lehrte) in die Wettkämpfe. Und vor allem bei den Damen wird das Rennen durch die Qualifikationsnormen aus deutscher Sicht „noch ein kleines bisschen interessanter“, wie Hanna Philippin formuliert. „Ich denke, wir sind alle fit und wollen die Norm erfüllen.“ Alle haben in 2015 auch ein WM-Rennen unter den ersten Acht beendet, so dass „die Konkurrenz stark ist, auch intern“, fasst Rebecca Robisch zusammen, die sich wie ihre Teamkolleginnen aber auf das Rennen freut. „Ich habe die letzten Monate nur für den Triathlon gelebt. Ich freue mich nun auf den Zirkus.“

Buchholz: „Wenn alles läuft, rechne ich mir Aussichten auf das Olympia-Ticket aus“

Stark ist auch die externe Konkurrenz, wenngleich die Weltmeisterin 2015, die US-Amerikanerin Gwen Jorgensen, nicht gemeldet hat. Topgesetzt ist Landsfrau Sarah True, amtierende WM-Dritte. Ähnliches gilt für das Herrenrennen. Titelverteidiger Javier Gomez (ESP) hat nicht gemeldet, aber sein Landsmann und Vize-Weltmeister Mario Mola führt die Startliste an. Nicht am Start sind auch einige der schnellen Schwimmer, was im deutschen Herren-Team gemischte Gefühle auslöst. „Es fehlen auf der Startliste ein paar Leute, die nach dem Schwimmen eine Radgruppe am Laufen halten können“, erklärt Justus Nieschlag. „Dennoch sind einige Top-Schwimmer im Feld, deren Anschluss ich bekommen muss. Mein Traum wäre natürlich eine kleine Spitzengruppe.“ Ganz andere Pläne und Hoffnungen hat dagegen Gregor Buchholz nach dem Blick auf die Startliste. „Ich denke, dass es gute Chancen für schwächere Schwimmer gibt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Gruppen auf dem Rad zusammen fahren, da die flache Strecke eher den Verfolgern entgegenkommt. Natürlich wird die Laufentscheidung kein Selbstläufer, sondern muss hart erkämpft werden. Aber wenn alles gut läuft, rechne ich mir große Aussichten auf das Olympia-Ticket aus.“

„Die Jungs haben Olympia fast schon zu einem gemeinsamen Ziel erklärt“, umschreibt Cheftrainer Ebli die Situation. Jeder kämpft für sich, aber zugleich sind wir im positiven Sinn ein echtes Team. Wir sehen uns ein Stück weit als Schicksalsgemeinschaft – und das macht das Team aus meiner Sicht auch so stark.“ Sehen können auch Triathlonfreunde das erste WM-Rennen in Abu Dhabi. Triathlonlive.tv zeigt beide Wettkämpfe live via Onlinestream ab 10:00 Uhr (Herren) und ab 13:00 Uhr (Damen) MEZ.

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