Ein Bericht von Mag. Thomas Doblhammer  und Dr. Andreas Stöckl

Mit dem Jahr 2010 haben wir begonnen, die Ergebnisse der österreichischen Triathletinnen und Triathleten in windschattenfreien Rennen zu dokumentieren und diese statistisch zu analysieren. Wichtig war uns dabei vor allem, eine Vergleichsmöglichkeit der Leistungen zu schaffen. Aus der Sammlung der Daten, die in eine eigens dafür programmierte Datenbank eingetragen wurden, lassen sich darüber hinaus auch Rückschlüsse auf die Entwicklung des Sports im Allgemeinen machen sowie einige interessante demographische Statistiken aufbereiten. Es geht uns dabei nicht um den Spitzensport, sondern im Besonderen um den Breitensport, in welchem bekanntlich die Leistungen gerne mit den leistungsstärksten Athleten vergleichen werden.

Die gesammelten Daten sind in Form einer „Rangliste“ unter der Webadresse triathlonliste.topsportaustria.at öffentlich einsehbar und können dort auch von jedem selbst analysiert werden. Die berücksichtigten Bewerbe und somit jene, die für die Analysen verwendet wurden, können ebenfalls dieser Website entnommen werden. Alle statistischen Berechnungen wurden mit der Statiksoftware “R“ (www.r-project.org) durchgeführt.

Abbildung 1: Beispielgrafik für den Verlauf der Wettkampfleistung laut Berechnungsmodellvon Triathlonranking Austria

Abbildung 1: Beispielgrafik für den Verlauf der Wettkampfleistung laut Berechnungsmodell
von Triathlonranking Austria

Wie haben sich die Leistungen in den letzten Jahren entwickelt?

Basis für die Analyse der Leistungsentwicklung sind die Ergebnisse von österreichischen Triathleten und Triathletinnen, die an offiziellen Bewerben teilgenommen haben. Um die Leistungsentwicklung analysieren zu können, wurde zuerst ein (mathematisches) Verfahren entwickelt, das es erlaubt, die einzelnen Leistungen in unterschiedlichen Bewerben vergleichen zu können. Dies wurde sowohl für die Gesamtleistung als auch für die Leistungen in den Einzeldisziplinen durchgeführt.

Zum Normierungsverfahren siehe → http://www.topsportaustria.at/article/leistungsentwicklung-im-triathlon-%C3%B6sterreich#normierung

Mit dieser Methode wurden in den Jahren 2010 bis 2013 die Leistungsdaten österreichischer Triathletinnen und Triathleten gesammelt und normiert sowie die folgenden Analysen zu den Leistungen und Leistungsentwicklungen durchgeführt. In einem ersten Schritt wurden Mittelwerte der Bewerbsleistungen aller Athleten und Athletinnen in den einzelnen Jahren berechnet. Es wurde errechnet, welchen durchschnittlichen, prozentuellen Abstand ALLE Triathletinnen und Triathleten von der Vergleichsbasis erzielt haben.

Tabelle 1: Zeigt die durchschnittlichen prozentuellen Abstände zur Vergleichsbasis in derGesamtzeit sowie den drei Einzeldisziplinen je Kalenderjahr. Unter den Prozentwerten finden sich die Datensätze welche für die Berechnung herangezogen wurden.

Tabelle 1: Zeigt die durchschnittlichen prozentuellen Abstände zur Vergleichsbasis in der
Gesamtzeit sowie den drei Einzeldisziplinen je Kalenderjahr. Unter den Prozentwerten finden
sich die Datensätze welche für die Berechnung herangezogen wurden.

Tabelle 1 zeigt die durchschnittliche Wettkampfleistung über alle Personen in den Einzeldisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen sowie der Gesamtzeit. Dies bedeutet, dass z.B. der mittlere Abstand im Jahr 2010 bei 12327 Einzelergebnissen im Schnitt 41,7% zur Leistungsspitze betrug. Betrachtet man nun die aufgelisteten 4 Jahre zeigt sich in allen Teilbereichen eine deutliche Erhöhung des mittleren prozentuellen Abstandes. Dieser Trend würde als ersten Schluss zulassen, dass das Leistungsniveau der Breitensportler/innen im Vergleich zur Leistungsspitze von Jahr zu Jahr abnimmt.

Werden die österreichischen Athletinnen und Athleten also wirklich immer leistungsschwächer in Relation zu den Leistungsbesten?

Obwohl sich anhand des sichtbaren Trends aus der obigen Tabelle diese Frage aufdrängt, konnten wir diesem Schluss nicht ganz glauben. Unsere Erfahrungen und Wahrnehmungen als Trainer und Teilnehmer gingen in eine andere Richtung, daher begaben wir uns auf die Suche nach Anhaltspunkten für oder gegen diese Entwicklung und deren Ursachen. Eine altersbezogene Detailanalyse ist der erste Schritt. Möglicherweise lässt sich aus der Entwicklung des Alters der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Triathlonbewerben etwas ablesen.

1) Faktor Alter

Könnte eine langsame Überalterung der „Triathletenpopulation“ schuld an der Verschlechterung des Mittelwertes sein? Betrachten wir den Altersdurchschnitt gemittelt über die Ergebnisse. Das bedeutet: ein Athlet, der 3 Ergebnisse in der Datenbank hat trägt 3x zur Mittelwertbildung bei, ein Athlet mit 5 Ergebnissen 5x (siehe Abbildung 2).

Tabelle 2: Durchschnittliches Alter der Triathletinnen und Triathletenim entsprechenden Kalenderjahr.

Tabelle 2: Durchschnittliches Alter der Triathletinnen und Triathleten
im entsprechenden Kalenderjahr.

Abbildung 2: Entwicklung des durchschnittlichen Alters der österreichischen Triathletinnen und Triathleten im Zeitraum 2010-2013

Abbildung 2: Entwicklung des durchschnittlichen Alters der österreichischen Triathletinnen und Triathleten im Zeitraum 2010-2013

 

Es ist also eine leichte Alterung der Population zu erkennen. Kann diese für die Leistungsverschiebung verantwortlich sein?

Betrachtet man die Werte des Durchschnittsalters, so ist dieses in vier Jahren gerade einmal um 0,7 Jahre gestiegen – sowohl getrennt nach Geschlecht wie auch in der Summe über alle Personen. Legt man die Erhöhung des prozentuellen Abstandes zur Leistungsspitze mit fast 7% im selben Zeitraum zu Grunde, so kann die leichte Erhöhung des Durchschnittsalters nicht die Ursache der doch recht deutlichen Mittelwertverschlechterung sein.

Prüfen wir nun die Altersentwicklung bezogen auf die einzelnen Bewerbstypen bzw. Distanzen:

Tabelle 3: Durchschnittliches Alter der Triathletinnen und Triathleten imentsprechenden Kalenderjahr je Bewerbsdistanz

Tabelle 3: Durchschnittliches Alter der Triathletinnen und Triathleten im entsprechenden Kalenderjahr je Bewerbsdistanz

Auf den ersten Blick ist ersichtlich: je kürzer die Distanz, desto jünger die teilnehmenden Personen. Dies überrascht nicht, zumal die längeren Distanzen auch mehr Trainingsjahre für die Teilnahme voraussetzen. Die Sprint und Kurzdistanz sind die Einstiegsdistanzen für die jüngeren Athletinnen und Athleten, womit diese natürlich den Altersschnitt senken. Der Unterschied im Durchschnittalter von der Sprintdistanz zur Langdistanz bleibt im Verlauf von 2010 bis 2013 annähernd konstant und liegt im Bereich von etwa 4 Jahren. Kurz- und Mitteldistanz liegen im Bereich dazwischen und zeigen klar den Trend: Ältere Athletinnen und Athleten bestreiten eher die längeren Distanzen. Aber auch in dieser Auswertung ist keine „Überalterung“ zu erkennen.

Um den Einflussfaktor Alter noch detaillierter analysieren zu können, haben wir auch die Entwicklung in den einzelnen Alterskategorien berechnet (für Männer und Frauen getrennt). Die zugehörigen Statistiken findet ihr hier

→ http://www.topsportaustria.at/article/leistungsentwicklung-im-triathlon-%C3%B6sterreich#alterskat

Zusammenfassend lässt sich aus der detaillierten Analyse der Altersklassen erkennen, dass sich bis auf Abweichungen im Juniorenbereich die Verschiebung der mittleren Wettkampfleistung zu einem deutlichen größeren Abstand von der Leistungsspitze in allen Altersklassen, sowohl bei Männern wie auch Frauen zeigt.

Aus der Prüfung des möglichen Einflussfaktors „Alter“ ist somit abschließend festzustellen, dass ein Anstieg des durchschnittlichen Alters von knapp einem Jahr über eine Betrachtungsdauer von 4 Bewerbsjahren keine ausreichende Erklärung für die doch deutliche Erhöhung des mittleren Abstandes in der Wettkampfleistung bietet.

2) Faktor Geschlecht

Nach Geschlecht getrennt wurden dieselben Berechnungen der Leistungsentwicklung über die letzten 4 Jahre durchgeführt wie in durchgeführt wie bereits über alle Personen. Daraus ergaben sich die zwei folgenden Tabellen:Aus Tabelle 4 zeigt recht deutlich, dass sich die Erhöhung des mittleren prozentuellen Abstandes zur Leistungsspitze im österreichischen Triathlonsport auch völlig unabhängig vom Geschlecht entwickelt. Es zeigt sich sogar, dass der Verlauf bei beiden Geschlechtern sehr ähnlich ist.

Tabelle 4: Zeigt die durchschnittlichen prozentuellen Abstände zur Vergleichsbasis in der<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
Gesamtzeit sowie den drei Einzeldisziplinen je Kalenderjahr und getrennt nach Geschlecht. Unter<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
den Prozentwerten finden sich die Datensätze welche für die Berechnung herangezogen wurden.

 Tabelle 4: Zeigt die durchschnittlichen prozentuellen Abstände zur Vergleichsbasis in der
Gesamtzeit sowie den drei Einzeldisziplinen je Kalenderjahr und getrennt nach Geschlecht. Unter
den Prozentwerten finden sich die Datensätze welche für die Berechnung herangezogen wurden.

3) Faktor Bewerbstyp

Die bisherigen Analysen erfolgten immer gesammelt für alle Bewerbsdistanzen (Sprint-, Kurz, Mittel- und Langdistanz sowie Crosstriathlon). Eine getrennte Betrachtungsweise nach Bewerbstyp könnte daher möglicherweise neue Tendenzen aufzeigen und Anhaltspunkte bringen.

Für die Totalleistung der Frauen ergibt sich folgendes Bild (Prozentrückstände nach Eventtyp):

statistic7

Tabelle 5: Zeigt die mittleren prozentuellen Abstände in der Wettkampfleistung bei den Damen, getrennt nach den angeführten Wettkampfdistanzen im Zeitraum zwischen 2010 bis 2013. In der zweiten Spalte finden sich die Anzahl der Datensätze, welche für die Berechnung berücksichtigt wurden.

Betrachtet man die Entwicklung des mittleren prozentuellen Abstandes bei den Ergebnissen der Frauen (Tabelle 5) getrennt nach Bewerbstyp, so ist zunächst der gleiche Trend der Verschlechterung im Verlauf über die 4 Jahre zu erkennen. Bei Sprint-, Kurz und Mitteldistanz zeigt sich eine deutliche Erhöhung des mittleren Abstandes zur Leistungsspitze – er liegt im Bereich von 5-7%! Keinen einheitlichen Trend zeigen Langdistanz und Crosstriathlon – allerdings ist bei beiden Bewerbstypen die Anzahl der Datensätze eher gering (30-144). Bei der Anzahl der Datensätze zeigt sich vor allem bei der Sprintdistanz eine deutliche Zunahme von 2010 bis 2013. Dies deutet auf eine deutlich gestiegene Teilnehmerzahl hin!

Für die Totalleistung der Männer ergibt sich folgendes Bild: (Prozentrückst.nde nach Eventtyp)

Tabelle 6: Zeigt die mittleren prozentuellen Abstände in der Wettkampfleistung bei den Herren,<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
getrennt nach den angeführten Wettkampfdistanzen im Zeitraum zwischen 2010 bis 2013. In der<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
zweiten Spalte finden sich die Anzahl der Datensätze, welche für die Berechnung berücksichtig<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
wurden.

 Tabelle 6: Zeigt die mittleren prozentuellen Abstände in der Wettkampfleistung bei den Herren, getrennt nach den angeführten Wettkampfdistanzen im Zeitraum zwischen 2010 bis 2013. In der zweiten Spalte finden sich die Anzahl der Datensätze, welche für die Berechnung berücksichtigt wurden.

 Auch bei den Männern (Tabelle 6) zeigt sich der bereits festgestellte Trend der Mittelwerterhöhung. Anders als bei den Frauen ist dieser aber über alle Distanzen zu sehen – jedes Jahr erhöht sich der durchschnittliche Abstand zur Leistungsspitze und betr.gt innerhalb von vier Jahren bei Sprint- und Kurzdistanz etwa 4-6%. Im Bereich der Mittel- und Langdistanz sowie dem Crosstriathlon ist die Erh.hung etwas geringer, liegt aber immer noch bei 2,5-3%. Ein Grund für den einheitlicheren Trend ist sicher die Anzahl der Datensätze, welche bei den Männern wesentlich höher ist. Darüber hinaus ist auch bei den Männern festzustellen, dass die Anzahl der Starts im Bereich der Sprintdistanz im Verlauf der vier Jahre deutlich zugenommen hat.

4) Faktor Starter nach Distanz

Da sich bei der Analyse der Wettkampfleistung nach dem Bewerbstyp zeigte, dass auf den kürzeren Strecken, vor allem im Sprinttriathlon, die Anzahl der Teilnehmer erhöht hat (siehe Tabelle 5 und 6), wollen wir uns dies etwas genauer anstehen. Tabelle 7 zeigt, wie sich die Anzahl der teilnehmenden Personen, Männer und Frauen, auf den jeweiligen Wettkampfstrecken in den letzten 4 Jahren verändert haben.

statistic9

Betrachtet man die einzelnen Eventtypen, so zeigt sich eines zunächst ganz deutlich: die Anzahl der teilnehmenden Personen bei Sprinttriathlons (Supersprint, Hobbybewerbe, Funtriathlons und echte Sprintdistanzen) hat sich in den letzten vier Jahren sehr deutlich erhöht. Ein Anstieg von etwa 40% zeigt, dass sich nicht nur die Anzahl der Bewerbe, sondern auch die Anzahl der Starts sowie die Anzahl der Einzelstarter deutlich erhöht hat (siehe dazu auch nachfolgende Grafik)

Abb. 3: Grafisch<br /><br /><br /><br /><br />
dargestellter Verlauf der<br /><br /><br /><br /><br />
Teilnehmerentwicklung je<br /><br /><br /><br /><br />
Eventtyp von 2010 bis 2013

 Abb. 3: Grafisch dargestellter Verlauf der Teilnehmerentwicklung je Eventtyp von 2010 bis 2013

 Einen leichten Anstieg verzeichnet auch noch die Kurzdistanz (siehe Abbildung 3), wohingegen die Starts bei Mittel- und Langdistanz eher konstant bleiben oder sogar etwas rückläufig sind. Der deutliche Rückgang in den Starts auf der Mitteldistanz von 2012 auf 2013 darf nicht überbewertet werden, der Hauptgrund dafür ist, dass die Mitteldistanz in St. Pölten 2013 als Bike&Run ausgetragen wurde und somit nicht in die Statistik eingerechnet wurde. Damit fehlen deutlich mehr als 500 Personen in dieser Kategorie gegenüber 2012.

Könnte also der starke Zuwachs an Teilnehmern in Sprint (und Fun) Bewerben ein Hinweis sein?

5) Leistungsentwicklung der Athleten die in allen 4 Jahren zumindest ein Ergebnis in der Datenbank haben

Wir konnten bisher das Durchschnittsalter als entscheidenden Faktor für die Mittelwertsverschlechterung ausschließen, ebenso verhalten sich beide Geschlechter ähnlich in der Entwicklung und auch die Bewerbstypen verhalten sich in ihrer Entwicklung sehr ähnlich. Wir haben in unserer Analyse als einzigen Hinweis für die (statistische) Leistungsverschlechterung die deutliche Erhöhung der Starterzahlen über die kürzeren Distanzen (Sprint- und Kurzdistanz) erhalten.

Um nun herauszufinden, ob diese Neueinsteiger einen entscheidenden Einfluss auf den Mittelwert haben, müssen wir die davor zu Grund gelegten Analysen noch einmal durchführen. Dieses Mal beschränken wir uns aber auf die Analyse von Athletinnen und Athleten, die mindestens ein Ergebnis in JEDEM Jahr zwischen 2010 und 2013 in Datenbank eingebracht haben. Es wurden also zum Beispiel alle jene aus der Analyse genommen, die irgendwann im Verlauf der vier Jahre neu eingestiegen sind, oder in diesem Zeitraum ihre Aktivität beendet haben. So wird eine Betrachtung der Leistungsentwicklung einer konstanten Personengruppe ermöglicht:

statistic11

Vergleicht man nun diese neue Tabelle der Männer, die in allen 4 Jahren ein Ergebnis erbracht haben, mit jener Tabelle im Bereich „Faktor Geschlecht“, so erkennt man sehr deutlich, dass diese Stammathleten im Schnitt ein deutlich besseres Leistungsniveau aufweisen. 2010 entsteht bei den Männern ein mittlerer Rückstand von 35,41% – über alle Männer 2010 ergibt sich aber ein mittlerer Rückstand von 39,14%. Diese Abweichung wird von Jahr zu Jahr deutlicher und beträgt 2013 bereits fast 5,5% (37,63% zu 45,09%).

Ein ähnlicher Trend zeigt sich in den Einzeldisziplinen bei den Männern, wobei die Schere im Schwimmen deutlich größer wird und im Radfahren am geringsten ausfällt. Auch dies ist nachvollziehbar, da gerade Neueinsteiger sehr oft in der technisch anspruchsvollsten der drei Sportarten, dem Schwimmen, die größten Probleme haben und dort auch den gröten Abstand zur Spitze aufweisen. Betrug der Abstand im ersten Jahr noch etwa 4% vergrößert sich dieser bis 2013 auf im Mittel über 10%! Beim Radfahren und Laufen vergröert sich der Abstand zwar ebenfalls deutlich von 2010 auf 2013, in diesen zwei Disziplinen liegen wir bei einer Erhöhung von im Schnitt 2-4% im Jahr 2010 auf 6-8% im Jahr 2013.

Es zeigt sich bei den Männern also ganz klar: die Stammathleten verlieren zwar auch etwas auf die absoluten Spitzenleistungen, dies liegt aber im Bereich von 1-2% über vier Bewerbsaisonen – also etwa 0,25-0,5% pro Jahr. Dies kann aber durch die Alterung erklärt werden. Es kann also festgehalten werden: bei den Männern kommt es durch die Vielzahl an Neueinsteigern zu dem deutlich erhöhten mittleren Abstand zur Leistungsspitze.

Sehen wir uns die Tabelle zu den Ergebnissen der Frauen ab, ob diese ein ähnliches Bild zeigen:

statistic12

Bei den Frauen, die in allen 4 Jahren ein Ergebnis in der Datenbank aufweisen, bleiben die Mittelwerte sogar noch stabiler als bei den Herren. Es zeigen sich auch hier die gleichen Verschiebungen wie bei Herren – das mittlere Leistungsniveau der Stammathletinnen ist deutlich besser als die mittlere Leistungsfähigkeit über alle Frauen und liegt 2010 bei einer Differenz von etwa 6% in allen Teildisziplinen und dem Gesamtergebnis. 2013 beträgt diese Differenz der mittleren Rückstände aber bereits ca. 11-13%. Auch hier sorgen also die Neueinsteigerinnen für eine Verschlechterung des Mittelwerts um mehr als 10%!

Resümee

Die vorliegenden Ergebnisse aus den Detailanalysen waren auch zum Teil für uns sehr überraschend. Sie zeigen vor allem, dass weniger überdurchschnittlich gute Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger dazu kommen und sich immer mehr Breitensportler/innen im Triathlon versuchen. Die Anzahl an Starts bei Triathlonbewerben hat sich im Beobachtungszeitraum von 2010 bis 2013 deutlich erhöht und gerade die für Einsteiger bereitgestellten Distanzen Supersprint, Sprint- und Kurzdistanz werden auch angenommen. Die Kluft zwischen den Spitzensportlern im Triathlon und dem einzelnen Breitensportler/der einzelnen Breitensportlerin, der oder die regelmäßig an Bewerben teilnimmt wird also nur minimal größer.

Positiv zu beurteilen ist darüber hinaus, dass sich nicht nur überdurchschnittlich begabte Personen an den Triathlon wagen, sondern der Anteil an wirklichen Hobbyathlet/innen, die den Triathlonsport und die Bewerbe rein als Ausgleich betreiben und dabei den Gedanken „mitmachen ist Alles“ in den Vordergrund stellen, stetig ansteigt. Dies hat aber auch den Einfluss, dass sich in der Betrachtung des mittleren Abstands der Gesamtpopulation an Triathletinnen und Triathleten eine Vergrößerung des Abstandes zur Leistungsspitze zeigt. Die Ursache liegt dabei nicht darin, dass die Breitensportler an Leistung gegenüber der Elite einbüßen, sondern, dass mehr Neueinsteiger aus dem Hobbybereich vom Leistungsniveau eher unterdurchschnittlich sind (sprich langsamer im Gesamtergebnis als der durchschnittliche Triathlet). Somit erhöht sich natürlich der durchschnittliche prozentuelle Abstand zur Leistungsspitze wenn man die Gesamtpopulation der Triathlonszene betrachtet. Die erfahrenen Athletinnen und Athleten (mehrere Jahre Wettkampf- und Trainingserfahrung) können aber ihren Abstand beinahe konstant halten!

[author image=“http://www.topsportaustria.at/sites/all/themes/opensport/images/logobanner.gif“ ]Mag. Thomas Doblhammer www.sportwissenschafter.com Rieglstraße 34, A-4040 Linz

Dr. Andreas Stöckl FH OÖ – Fakultät für Informatik, Kommunikation, Medien Softwarepark 11, 4232 Hagenberg/Austria[/author]