Eine wunderschöne Kulisse und sommerliche 20 Grad sorgten für einen bilderbuchmässigen Start des 13. IRONMAN 70.3 Switzerland. Die Vorzeichen waren vielsprechend und das Rennen wurde den Erwartungen vollends gerecht.

Der zweifache IRONMAN 70.3 Switzerland Sieger Michael Raelert stieg als Erster aus dem Wasser, dicht gefolgt Pablo Dapena, Nils Frommhold, Sven Riederer und Martin Bader. Manuel Küng erwischte für einmal keinen optimalen Start, lag jedoch wie auch der Schweizer Adrian Haller und Mitfavorit Andi Böcherer in Schlagdistanz zur Spitze. Ronnie Schildknecht, dreifacher Sieger in der Rosenstadt, zog keinen guten Tag ein und lag nach dem Schwimmen bereits drei Minuten hinter der Spitze, womit er im Kampf um den Sieg nicht mehr mitmischen konnte.

Das äusserst starke Profifeld bei den Männern lieferte sich auf der Radstrecke einen regelrechten Schlagabtausch mit ständigen Führungswechseln. Nach der Hälfte der 90.1km lag Andi Böcherer in Führung, dicht gefolgt von Nils Frommhold, Adrian Haller und Manuel Küng. Mit Sven Riederer und dem Spanier Pablo Dapena bildete sich rund eine Minute dahinter ein starkes Duo. Michael Raelert, anfangs noch in Führung liegend, musste abreissen lassen und das Rennen wenig später aufgeben. Das starke Duo bestehend aus Riederer und Dapena machte kontinuierlich Zeit gut und holte die Hälfte des Führungsquartetts an der Spitze ein  – bis auf Frommhold und Böcherer, welcher die Führung in seiner Paradedisziplin behaupten konnte und knapp vor Frommhold aus der zweiten Wechselzone kam. Währenddem Küng auf der zweiten Radrunde Schwierigkeiten bekundete und auf Platz sechs zurückfiel, konnte Haller das Tempo von Riederer und Dapena vorerst mitgehen.

Auf der Laufstrecke deutete alles auf einen deutschen Doppelsieg hin, denn Böcherer und Frommhold lieferten sich bis Kilometer vier ein Kopf-an-Kopf Rennen. Riederer und Dapena hatten in der Zwischenzeit auch den starken Adrian Haller hinter sich gelassen und peilten einen Platz auf dem Podium an. Nach sieben Kilometern konnte Frommhold die Pace von Böcherer nicht mehr mitgehen und büsste kontinuierlich an Zeit ein, währenddem Dapena und Riederer nochmals eine Gang höherschalten konnten. So zog Andi Böcherer sein starkes Rennen durch und lief mit der Siegerzeit von 03:48:30 ins Ziel ein. Acht Jahre nach seinem ersten IRONMAN 70.3 Triumph in Rapperswil-Jona konnte der gebürtige Freiburger erneut triumphieren und holte sich den zehnten IRONMAN 70.3 Sieg seiner Karriere. Die beiden anderen Podestplätze waren noch wie vor hart umkämpft, hatten doch Dapena sowie auch Rieder und Haller nach zwei Dritteln der Laufstrecke Frommhold ein- und überholt. Dapena, amtierender ITU-Weltmeister in der Langdistanz, bewies seine Ausdauerqualitäten und legte eine formidable Leistung auf der Laufstrecke ab. Der 31-jährige Spanier klassierte sich nur 38 Sekunden hinterer Böcherer auf Platz zwei. Komplettiert wurde das umkämpfte Podium von Sven Riederer, der damit in seinem letzten Mitteldistanz-Rennen noch einmal einen Podestplatz erringen konnte.

Bei den Frauen nahm die vierfache IRONMAN-Weltmeisterin sowie IRONMAN 70.3-Weltmeisterin Daniela Ryf das Rennen als haushohe Favoritin in Angriff. Sie wurde ihrer Favoritenrolle von Anfang an gerecht und stieg als erste aus dem Wasser, mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf die überraschende Schweizerin Sara Baumann und noch vor der letztjährigen Dritten Skye Moench. Svenja Thoes, die 27-jährige Deutsche, war nach eigener Aussage äusserst nervös vor dem Schwimmen und nahm das Rennen dementsprechend Verhalten in Angriff – Sie kam mit mehr als vier Minuten Rückstand aus der ersten Wechselzone. Ryf schlug auch auf dem Rad ein horrendes Tempo an und zeigte, warum sie beim IRONMAN 70.3 Switzerland zuletzt fünf Mal in Folge siegreich war. Bis zum Ende der 90.1km fuhr sie sagenhafte achteinhalb Minuten Vorsprung auf Moench heraus. Nach dem Schwimmen noch auf Platz neun, konnte Svenja Thoes ihre Nervosität im Verlaufe des Rennes ablegen und erwischte einen Sahnetag auf dem Rad, womit sie sich bis auf Platz zwei vorarbeiten konnte. Das Führungstrio war heute eine Klasse besser als der Rest des Feldes und liess keine Zweifel mehr aufkommen. So lief Daniela Ryf in 04:08:34 beim IRONMAN 70.3 Switzerland zum sechsten Mal hintereinander als unumstrittene Siegerin ein und wurde vom Publikum nach einer weiteren starken Leistung zurecht gefeiert. Moench, die im Vorfeld meinte, dass sie sich gegenüber letztem Jahr verbessern möchte, liess ihren Worten Taten folgen und wurde Zweite – mit einer hervorragenden Leistung auf der Laufstrecke und vor der überglücklichen Svenja Thoes.