Ein Triathlonskandal in vielen Akten

Das Cologne Triathlon Weekend – einst ein Highlight zum Abschluss der deutschen Triathlonsaison, hat heute nach einer beispiellosen Posse mit einer Absage des kompletten Wochenendes geendet.

Zu Beginn des Jahres gab der Nordrhein-Westfälische Triathlonverband (NRWTV) bekannt, dass es für die für das Wochenende vom 30. August bis zum 2. September terminierte Veranstaltung keine Genehmigung von Seiten des Verbandes gäbe und dass DTU Startpassinhaber mit einer Sperre rechnen müssten, wenn sie trotzdem an den Start gehen würden.

Streitigkeiten zwischen dem Veranstalter und dem Landesverband hatten in den vergangenen Jahren leider schon eine gewisse Tradition, die sogar schon vor Gericht behandelt wurde. Dennoch schaffte man in den letzten Jahren stets einen Kompromiss und das Triathlonwochenende mit mehreren Tausend Startern konnte ordnungsemäß und nach den Statuten der Deutschen Triathlon Union durchgeführt werden.

Doch in diesem Jahr sollte es anders sein. Nachdem der Sommer ins Land gezogen war und sich an der Situation noch nichts geändert hatte, wuchs die Verunsicherung bei den Startern. Auch bei uns wurde mehrfach angefragt, wie nun die Sachlage sei.

Auf Nachfrage beim NRWTV bekamen wir zu unserer Überraschung zu hören, dass der Veranstalter, die Firma „Jeschke & Friends“ gar keine Genehmigung beantragt habe.

Dies ließ den Unmut und die Verunsicherung der Starter zusätzlich wachsen, denn sie meldeten sich in dem Glauben an, dass es sich um eine korrekt ausgeführte Veranstaltung handeln würde.

Auf vielerlei Nachfrage antwortete der Veranstalter in einem Facebook-Beitrag, wo er schon die Anmeldung für 2020 (!) beworben hatte, auf die rechtliche Situation und stellte seine Sicht der Dinge klar, dass er als Veranstalter keine Genehmigung des Landesverbandes brächte, alle anderen Genehmigungen allerdings da bzw. wie immer in Bearbeitung wären.

Screenshot Facebook-Seite Cologne Triathlon Weekend

Ganz prinzipiell ist es natürlich möglich, eine Veranstaltung auch ohne Genehmigung des Landesverbandes durchzuführen. Doch die Verbände sorgen für Kampfrichter und Qualitätsstandards und ihre Mitglieder, die Startpassinhaber, dürfen nur bei Veranstaltungen starten, welche von den zuständigen Landesverbänden genehmigt werden. Hier gab es natürlich große Verunsicherungen und auch Sperren wurden in Aussicht gestellt.

Grundsätzlich musste man jedem DTU-Startpassinhaber nahe legen, auf einen Start in Köln zu verzichten. Da der Veranstalter nicht bereit war, Startgelder zu refundieren, war die Verunsicherung noch größer. Nicht besser wurde die Situation dadurch, dass die vom Veranstalter für das Rennen verpflichtete Profi-Athletin Yvonne van Vlerken noch öffentlich bekannte, auf jeden Fall zu starten.

Streckenänderung 10 Tage vor dem Rennen

Am 19. August verlautbarte der Veranstalter eine Änderung der Radstrecke und die Verlegung des Schwimmstarts auf die frühen Morgenstunden. Erneut gab es massive Kritik von Seiten der Athleten aufgrund dieser kurzfristigen Änderungen.

Am Tag vor dem Rennen erreichte die Posse dann ihren traurigen Höhepunkt. Der Veranstalter gab bekannt, dass die Schwimmstrecke nicht genehmigt würde und man von Seiten der Stadt lediglich einen Duathlon genehmigt bekommen würde. Doch man sähe sich nicht in der Lage, diesen Duathlon durchzuführen, gab der Veranstalter auf seiner Facebook-Seite bekannt. Stattdessen wurde das komplette Wochenende abgesagt!

Zurück bleiben natürlich viele Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht beantwortet werden können. Wir werden natürlich in dieser Causa weiter bei der Sache bleiben und euch informieren.