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Die Suunto Ambit2 im Test

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Unser Tester Markus hat die Ambut2 auf Herz und Nieren getestet

Unser Tester Markus hat die Ambut2 auf Herz und Nieren getestet

Zwei Wochen lang wurde die neue Suunto Ambit 2s von unserem Redakteur Markus Unterweger auf Herz und Nieren geprüft. Auf dem Programm standen zwei Triathlons (Mittel- und Olympische Distanz) sowie einige Trainingseinheiten in allen Sportarten, für die das neue Topmodell aus dem Hause Suunto geschaffen wurde. Herausgekommen ist folgender subjektiver Bericht, der einen ersten Eindruck der Uhr vermitteln soll:

Unboxing

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Die Ambit2s wird in einer wertig wirkenden, dunklen Box geliefert, welche die Uhr selbst, ein Ladekabel (leider ohne Strom-Stecker) sowie den Brustgurt beinhalten. Der Brustgurt unterstützt das Suunto-eigene Ant-Protkokoll (nicht Ant+!) und ist dehalb nicht mit Uhren anderer Hersteller kompatibel. Die Uhr selbst kommt aber laut Hersteller auch mit dem sehr gängigen Ant+ Protokoll zurecht (siehe Abschnitt Radfahren – Leistungsmesser).

Der erste Eindruck der Uhr selbst ist positiv. Sie ähnelt optisch den bisherigen Modellen von Suunto und sieht auf den ersten Blick eher aus wie eine große Armbanduhr, was man zum Beispiel von den Garmin-Modellen ja nicht im vollen Umfang behaupten kann. Sie ist nach der Polar RC3 meine zweite GPS-fähige Sportuhr, die man ohne Bedenken auch zu gesellschaftlichen Anlässen außerhalb der Triathlon- Bewerbe und -trainings tragen kann. Sie ist allerdings etwas größer und höher

Etwas Vorsicht ist bei den Tasten geboten, welche für meinen Begriff etwas leichtgängig sind. So kam es mehrmals vor, dass ich die Uhr nach dem Training auf den Tisch legte und dabei auf die nächste Seite der Display-Anzeige schaltete. Die Uhr verfügt dafür über eine Tastensperre, welche auch nur auf die Funktionstasten beschränkt werden kann (Start-Stopp deaktivieren etwa, Display weiterschalten geht). Hier kommt man nicht umhin zu bemerken, dass sich Suunto einige sehr gute Gedanken zur Nutzung gemacht hat und es werden Optionen geboten, die ich in dieser Form noch nirgends wo gesehen habe. gebaut als die Polar RC3, allerdings besitzt sie auch wesentlich mehr Funktionen.

Display

Das Display ist kontrastreich und die mittlere Displayzeile groß und gut zu lesen, die obere und untere Zeile etwas kleiner, aber immer noch gut lesbar. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die gesamte Anzeige auf „invers“ umzustellen, was erstens für Abwechslung und zweitens für einen wertigen Eindruck sorgt. Besonders ins Auge sticht die gute Beleuchtung, die bei beiden Display-Einstellungen das Display gut lesbar ausleuchtet.

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Nachtmodus und inverse Anzeige

Auf der Homepage von Suunto, www.movescount.com, über die sämtliche Einstellungen vorgenommen werden können, kann man auch die Beleuchtungsdauer und den Kontrast der Uhr einstellen und danach auf das Gerät übertragen.

Praktisch ist auch der “Schlafmodus” – wird die Uhr über Nacht auf einem Tisch abgelegt und verzeichnet somit keine Bewegungen, schaltet sich das Display aus – es wird damit Akku gespart. Sobald man sie wieder anlegt, wird die Anzeige aktiviert.

Training

Grundsätzlich fällt einem die Bedienung sehr leicht, die Menüs sind selbsterklärend logisch aufgebaut. Man findet sich auch ohne Lektüre der umfangreichen Bedienungsanleitung schnell zurecht, auch wenn man die Menüführung anderer Hersteller kannte und daher umlernen muss. Der mitgelieferte Brustgurt ist sehr angenehm zu tragen, stört auch bei Wettkämpfen nicht und überträgt die Werte zuverlässig. Er verfügt jedoch über ein etwas anderes System zur Fixierung, was die Kompabilität mit anderen Gurten (Garmin, Polar) einschränkt.an die Menüführung anderer Hersteller kannte und daher umlernen muss.

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Die Uhr findet Satelliten rasch auch zwischen Hochhäusern und zeigt dazu noch den Fortschritt der Sattelliten-Suche in %-Werten an. Für Ungeduldige (wie mich) ist es auch möglich, die Trainingseinheit sofort zu starten und die Suche während des Trainings fortzusetzen.

Die Web-Software bietet die Möglichkeit die Datenfelder der 2 oder 3-Zeiligen Anzeige auf bis zu 8 Verschiedenen Displays anzupassen. Zusätzlich können zu den bereits vorhandenen Sportarten weitere, auch Multisportarten hinzugefügt werden, für die jeweils eigene Anzeigen gelten.

Übersicht über für das Schwimmen angebotenen und verfügbaren Display-Einstellungen (Danke an DCRainmaker.com)

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Laufen

Aufgrund der vielen Einstellungsmöglichkeiten und der schnellen Satellitenfixierung sowie der Umfangreichen Infos am Display und der guten Lesbarkeit ist das Laufen mit der Uhr angenehm und ohne besondere Merkmale. Optional dazu erhältlich wäre der Suunto Speed POD, der die Schrittfrequenz misst, sowie auf dem Laufband oder einer Indoor-Bahn die Geschwindigkeit berechnen würde. Sehr angenehm aufgefallen ist auch die Möglichkeit die Sattellitensuche zu unterbrechen, gleich mit dem Training zu starten und währenddessen die Suche fortzusetzen.

Nach der Trainingseinheit wird einem immer eine kurze Zusammenfassung des Trainings angezeigt, etwa die Dauer, zurückgelegte Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit, Puls oder der Trainingseffekt.

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Schwimmen – Pool

Grundsätzlich ist die Uhr wie die Garmin 910xt mit einem Beschleunigungsmesser ausgestattet, der es erlaubt den Schwimmstil zu erkennen und die Geschwindigkeit zu messen.

Dies hat vor allem beim Outdoor-Schwimmen, wo es meiner Meinung nach auch wichtiger ist, sehr gut funktioniert. Beim Indoor-Schwimmen muss zunächst die vorliegende Beckenlänge angegeben werden, damit die Geschwindigkeit, Zugfrequenz und Effektivität ermittelt werden können. Stehzeiten und Unklare Wenden erschweren die Analyse für das Gerät. Bei längeren Abschnitten, etwa ab 100m ist die Analyse, sofern die Wenden deutlich erkennbar sind, sehr stimmig und mit etwas Gewöhnung erspart man sich durch die Verwendug der Lap-Taste sogar die Schwimmuhr am Beckenrand, da bei erkannten Pausen die Zeitnehmung stoppt und so ein Ablesen der Zeit einfach nach dem Verschnaufen möglich ist.

Schwimmen – Freiwasser

Hier kommt die wahre Stärke der Uhr bezüglich Schwimmtraining voll zum Tragen. Die bereits vorhandenen Schwimmdaten aus dem Beschleunigungssensor werden mit den GPS-Daten verbunden und heraus kommt eine tolle Analysemöglichkeit. Hier sieht man dann etwa, ob man beim Wettkampf wieder zu viele Schnörkel geschwommen ist (wie ich), zu schnell begonnen hat, oder wie viel Zeit einem der Neoprenanzug bringt.

Radfahren

Das bereits gesagte gilt natürlich auch für das Radtraining. Es ist möglich, separate Displays zu konfigurieren und die Uhr mittels eines handelsüblichen Halters an der Lenkstange oder am Aerolenker zu montieren.

Hier möchte ich noch auf die Möglichkeit der Verwendung mit einem Leistungsmesser (Ant+ – Protokoll) hinweisen. Leider konnte ich trotz mehrmaliger Versuche die Uhr nicht mit meinem Leistungsmesser verbinden, er wurde schlicht nicht gefunden.

Multisport-Modus

Eine wahre Stärke ist die Verwendbarkeit der Uhr bei Multisport-Wettkämpfen oder Einheiten. Es gibt die Möglichkeit Beispielsweise “Triathlon” als Definierte Abfolge von Sportarten festzulegen und mit einem langen Druck auf die “Lap” Taste die Sportart zu wechseln. In der Hitze eines Wettkampfes kann das mitunter schon mal zu lange sein, und so ist es passiert, dass ich den Laufpart einmal im Radmodus absolviert habe, war aber nicht weiter tragisch. Leider kann auch die Suunto-Software (derzeit) nachträglich keinen Sportartenwechsel einfügen.

Der Sportarten-Wechsel kann auch ohne vorherige Planung erfolgen, beispielsweise wenn man nach dem Radfahren spontan noch beschließt Laufen zu gehen. Auch dieser Wechsel ist einfach mit einem langen Druck auf die Lap-Taste zu vollziehen. Zwei Zusätzliche Multisport-Displays zeigen euch dann die Zusammenfassenden Daten der gesamten Einheit an.

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Toller Effekt: Der Triathlon über die Olympische Distanz farblich nach Geschwindigkeit markiert. Sehr schön zu sehen sind die Unterschiedlichen Sportarten (Schwimmen Grellgrün, Radfahren Orange-Gelb und Laufen – Hellgrün) sowie etwa Anstiege auf der Radstrecke.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit beträgt bei normaler Verwendung ca 7-9 Stunden bei einer vollen Ladung und entspricht damit den Herstellerangaben. Dies ist gerade für Langdistanzathleten ein Stück zu wenig, um die volle Dauer eines “langen Tages” durchzuhalten, denn die meisten von uns dürften wohl etwas länger für die Absolvierung brauchen. Ansonsten ist der Akku völlig ausreichend, die Verwendung eines Leistungsmessers setzt ihn noch etwas herab. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit den Akkustand in Prozenten in der untersten der drei Zeilen im Uhrzeitmodus anzuzeigen. Ein Feature, welches ich bisher so noch nirgends gesehen habe.

Die Vollständige Ladung der Uhr benötigt an einem Standard 5V-Ladegerät angeschlossen in etwa 2,5h, wobei die Ladung der letzten 10-20 % deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als beispielsweise die ersten 20 %. Eine Schnelle Ladung vor der Trainingseinheit ist dadurch einfach zu realisieren, vor allem, wenn man wieder mal vergessen hat, die Uhr über Nacht anzustecken.

Software – Upload und Kompatibilität

Der Anschluss der Suunto Ambit2 erfolgt über das mitgelieferte USB-Kabel und funktioniert über die gratis verfügbare Movelink-Software, welche man auf der Suunto-Homepage downloaden kann und welche 5,8 MB groß ist. Diese ist für alle gängigen Windows-Versionen (XP bis Windows8) sowie für Mac OS X erhältlich.

Hier wäre eine drahtlose Übertragungsoption wie bei den Garmin-Topmodellen wünschenswert. Derzeit warten sehr viele Hersteller auf den voraussichtlich im Sommer oder Frühherbst erscheinenden Chip, der Ant+ und Blutetooth 4.0 vereint. Damit wäre dann eine Datenübertragung auf den PC mittels des neuen Bluetooth low-energy Standards mit gleichzeitiger Nutzung von bestehendem Equipment möglich. Dies scheint auch der Grund zu sein, warum in letzter Zeit generell relativ wenige Neuheiten der Top-Hersteller Präsentiert wurden. Sie warten schlicht auf die Verfübarkeit des Chips, die sich in letzter Zeit leider immer wieder verschoben hat.

Nach der Installation wird die Uhr erkannt und die “Moves”, so werden die Trainingseinheiten bei Suunto genannt, schnell und zuverlässig in das Online-Portal übertragen. Das Statusfenster Zeigt zustätzlich auch Firmeware-Updates an, welche nach der Übertragung auf die Uhr gespielt werden. Nachdem es bei Garmin bei mir bereits einige Male Probleme mit der Übertragung von Updates und damit verlorenen Einheiten gegeben hat, war ich von der einfachen und problemlosen Ausführung bei Suunto begeistert.

Movelink – 5,8 MB Installation problemlos

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Das Portal von Suunto, Movescount.com spielt alle Stückerl und wird kontinuierlich ausgebaut. Sehr beeindruckend fand ich auch die Darstellung von Traingsstrecken in farblicher Abstimmung zum Puls sowie die übersichtliche Darstellung der Graphen, die Vergleichsmöglichkeit mit anderen Einheiten sowie die Multisport-Anzeige, die in keiner anderen Websoftware bisher so gut gelöst wurde.

Als Bonus-Feature möchte ich hier die Möglichkeit der Analyse von Zusatzfeatures, die von der Ambit2 erhoben werden anführen. Dazu zählen etwa der von Polar völlig vernachlässigte R-R Modus und damit zusammenhängende Messgrößen, etwa die Atemfrequenz oder den Trainingseffekt. Diese Daten werden ebenfalls sehr übersichtlich auf der Movescount-Seite angezeigt.movescount2

Eine weitere tolle Idee ist die Einführung von Apps für die Uhr – Zusatzprogramme, die von versierten Usern geschrieben werden können und auf der Uhr zusätzliche, teils nützliche, teils nette, Zusatzinformationen bieten. Herausgehoben seien hier zwei Apps. Eine App berechnet aufgrund aller zur Verfügung stehenden Daten beim Radfahren (Geschwindigkeit,Watt, Herzfrequenz) den Luftwiederstand und ermöglicht so eine Analyse des CW-Wertes.

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Die Andere berechnet, sofern ein Trittfrequenz-Messer (Cadence-POD) vorhanden ist, den für den individuellen Nutzer ökonomischste Trittfrequenz aufgrund der gemessenen Trittfrequenz und Sauerstoff-Verbrauchswerte.

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Der Export der Trainingsdateien kann von der Homepage in die gängigen Formate .gpx, .kml und auch in Excel (.xlsx) vorgenommen werden. Hier wäre ein zusätzliches standartisiertes Dateiformat, welches die Leistungsdaten (Puls, Watt, Trittfrequenz) für Drittanbieter-Software Lesbar macht, sinnvoll. (zB .fit oder .tcx).

Insgesamt macht das Webportal von Suunto einen sehr guten Eindruck, bietet viele Funktionen und eine sehr übersichtliche Darstellung sehr vieler Informationen. Zustäzlich ist es möglich Trainingseinheiten zu teilen. Hier hat sich Suunto wirklich was überlegt und zieht mit Garmin Connect zumindest gleich, wenn nicht sogar davon.

Zusammenfassung

Die Suunto Ambit2s ist ein würdiges Top-Modell für Triathleten in allen Bereichen. Zusätzlich zu sämtlichen vorhandenen Grundfunktionen bietet sie Schwimmdaten, Kompatibilität zu Leistungsmessern und eine hohe Alltagstauglichkeit. Hier und da kleine Mankos, etwa die um ein Stückchen zu kurze Akkulaufzeit,  die fehlende Möglichkeit, Wechselzonen-Zeiten in den Multisport-Modus einzubauen oder ein fehlendes Dateiformat trüben den sehr postiven Gesamteindruck nur wenig und könnten vom Hersteller über Software-Updates in den kommenden Monaten behoben werden.

All jenen, die keine besondere Hersteller-Präferenz besitzen (etwa durch viele Aufzeichnungen auf Garmin Connect oder in der Polar-Software) und eine alltagstaugliche Triathlonuhr, die “alle Stückerl spielt” haben wollen, kann ich guten Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen.

Nachsatz:

Gleichzeitig mit der Ambit2s wurde auch die Ambit2 präsentiert, die zusätzlich über einen barometrischen Höhenmesser und damit verbunden einen Temperaturmesser verfügt und die so genannte Fused-Alti Funktion besitzt, welche Höhendaten aus den GPS-und Barometrischen Daten kombiniert. Die Ambit2 wird in Österreich in kürze erhältich sein.

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