Am 6. Februar 2021 soll der Ironman Hawaii stattfinden. Die Chancen standen gar nicht so schlecht, dass die deutschen Triathlon Fans dann wieder einmal etwas zu feiern haben. Immerhin ist der Ironman Hawaii seit einigen Jahren ein bisschen so etwas wie eine deutsche Domäne. Letztes Jahr stammten sogar erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs die Sieger in beiden Geschlechterklassen aus Deutschland. Für Jan Frodeno war es nach seine Siegen 2015 und 2016 der dritte persönliche Erfolg auf Hawaii und Anne Haug feierte ihren ersten Erfolg beim prestigeträchtigsten Triathlon der Welt. Wir werfen einen Blick auf die deutsche Dominanz beim Ironman in Hawaii.

Deutsche Dominanz seit 2014

Der Ironman Hawaii scheint den deutschen Triathleten einfach zu liegen. Seit 2014 ging der Sieg bei den Herren jedes Jahr an einen Deutschen. Aber auch auf den Positionen dahinter tummeln sich einige deutsche Sportler. Bis dato einzigartig in der Geschichte des Wettbewerbs ist beispielsweise der deutsche Dreifacherfolg von 2016. Damals standen Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange zusammen auf dem Siegertreppchen in Honolulu. Auch der Doppelsieg bei Männern und Frauen 2019 ist für die deutschen Triathleten ein Novum gewesen. Dabei ist es Frodeno sogar gelungen, einen neuen Streckenrekord aufzustellen. Mit 7:51:13 h ist er außerdem unter der 8-Stunden-Marke geblieben.

Was ist das Geheimnis der Deutschen?

Doch warum trumpfen die deutschen Athleten ausgerechnet bei dem wichtigsten Triathlon des Jahres regelmäßig so groß auf? Zunächst einmal muss man festhalten, dass Frodeno, Kienle und Co. zu den besten Triathleten ihrer Generation gehören. Allerdings werden auch immer die „deutschen Tugenden“ ins Spiel gebracht. Eigenschaften wie Bereitschaft, Ausdauer und Wille sind essenziell, wenn es im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß gegen die Uhr geht. Allerdings können diese „Tugenden“ nicht nur deutschen Athleten zugeschrieben werden. Schließlich geht jeder Teilnehmer an sein Maximum. Zudem beschränkt sich die große Dominanz der Deutschen weitgehend auf den Ironman Hawaii. Bei anderen Triathlon-Wettbewerben wie denen der Olympischen Spiele ist die Dominanz weniger stark ausgeprägt.

Trainingssteuerung bringt den Fortschritt

Ein anderer Ansatz könnte das fortschrittliche Training der deutschen Athleten sein. Die Triathleten bereiten sich in kleinen Trainingsgruppen auf die Wettbewerbe vor. Dabei geht es neben der körperlichen Leistungssteigerung vor allem auch darum, genau in den Körper hineinzuhorchen. Bei Extremsportarten wie Triathlon ist es wichtig, auf die kleinsten Signale des Körpers zu achten. Knapp 4 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen sind auch für trainierte Sportler keine Leichtigkeit. Auf Hawaii kommen erschwerend die extremen klimatischen Bedingungen hinzu. Die offene See kennt keine Gnade, die Winde sorgen für extremen Widerstand beim Radfahren und auch extreme Hitze ist keine Seltenheit.

Setzt sich die Dominanz fort?

Hinsichtlich der Dominanz sind die deutschen Triathleten ein bisschen mit dem FC Bayern München in der Bundesliga zu vergleichen. Auch hier gab es seit 2013 keinen anderen deutschen Meister mehr. Und auch im DFB-Pokal gehört der frischgebackene deutsche Meister bei den Fußball Wetten bei William Hill mit einer Quote von 1,80 zu den Favoriten. Beim Ironman dominieren die Deutschen seit 2014. Wir sind gespannt, ob auch bei dem kommenden Event wieder einmal ein Deutscher ganz oben steht. Schon letztes Jahr waren zahlreiche deutsche Athleten gelistet. Diese Dominanz beschränkt sich nicht nur auf die Herren, sondern auch die Damen erzielen beachtliche Ergebnisse. Dabei rücken Triathlon und Ausdauersport im Allgemeinen immer stärker in den öffentlichen Fokus. Bereits 2015 erhielt Jan Frodeno als erster Triathlet die Auszeichnung zu Deutschlands Sportler des Jahres. 2018 wurde diese Ehre auch Patrick Lange zuteil, nachdem er den Ironman in Rekordzeit gewann.